Embodiment – Den Körper mit einem neuen Musikstück füttern

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Embodiment – Den Körper mit einem neuen Musikstück füttern

Hi!

Schön, dass du da bist und Lust hast mit mir gemeinsam zu erforschen, wie du dir ein neues Musikstück wirklich zu eigen machen kannst.

Ich hab mir als Beispiel für das Video einen Disneysong ausgesucht, aber du kannst natürlich auch direkt ein Stück nehmen, das DIR Spaß macht.

Unten habe ich dir die verschiedenen Übungsschritte auch nochmal aufgeschrieben, damit du sie jederzeit für dich wieder anwenden kannst.

Such dir ein ungestörtes Plätzchen mit Platz zum Bewegen und leg dir – falls du eins hast – dein Schwingbrett* bereit. Auch ein Tennisball und ein Pilatesball können hilfreich sein, aber falls du das alles gerade nicht zur Hand hast, wirst du sicher auch andere Spielzeuge finden oder dir was einfallen lassen. Grundsätzlich geht es nicht darum, alles genau so Schritt für Schritt zu machen, wie ich es vormache, sondern das Prinzip dahinter zu verstehen und dann auf deine eigene Forschungsreise zu gehen.

Hinterlass unbedingt einen Kommentar (ganz unten, unter dem laaangen Text), was du mit den Übungen erlebst. Und wenn du magst, schreib doch auch noch dazu, mit welchem Stück du es ausprobiert hast. 😎

Hab viel Spaß!

Deine Anna

Anmerkungen zum Video:

Falls du das Prinzip „Bewegung als Schalter“ noch nicht kennst, findest du auf dem STIMMSINN-YouTube Kanal ein Übungsvideo dazu oder du buchst gleich meinen Körperklangkurs. 😜

Hier noch ein paar Infos zu den verschiedenen Möglichkeiten, wie du das Lied in deinen Körper füttern kannst

Übung 1 – Gelenke kreisen    

Ich nutze die Bewegung verschiedener Körpergelenke „als Schalter“ für die Phrase. Es macht gar nichts, wenn du die Töne noch nicht sicher kannst. Du lernst es mit dem Bewegen. Einfach immer wieder machen und darauf vertrauen, dass dein musikalisches Gehör und dein Körper schon zusammenkommen werden. Ganz wichtig: Die Aufmerksamkeit bleibt beim Körper! Wenn du also merkst, dass Töne noch unsicher sind oder dir nicht gefallen, schenk dem keine große Aufmerksamkeit. Stell dir vor, dein Körper kennt die Töne bereits und du lauschst sie ihm beim Bewegen ab. Du kannst die Vokale und Klänge variieren, wie du magst.

Übung 2 – Schwingbrett

Falls du kein Schwingbrett* hast, kannst du einfach dein Gewicht schwungvoll von einem auf das andere Bein verlagern. Oder such dir eine andere körperliche Tätigkeit, die dich ins Spüren holt. Am besten funktioniert etwas mit Schwung oder Gewichtsverlagerung.

Übung 3 – Ball an der Wand

Diese Übung funktioniert auch wunderbar mit einem platt aufgepusteten Gefrierbeutel. Hier geht es um den Kontakt. Spür gut hin, wo und wie der Ball deinen Körper berührt und dann lass aus diesem Kontakt die Stimme entstehen.

Übung 4 – Ball unterm Fuß

Diese Übung eignet sich besonders gut für höhere oder intensive Stellen. Vor allem dort, wo die Fußsohle etwas empfindlich ist, findest du über den „Wohlschmerz“ einen intensiven Kontakt von Körper und Stimme. Spiel mit verschiedenen Festigkeiten z.B. Tennisball, Flummi, Faszienball, Igelball und nimm irgendwann den ganzen Körper mit in die Aufmerksamkeit.

Übung 5 – Intuitive Bewegungen

Hier geht es nicht darum, dir eine Choreographie auszudenken, sondern auf deinen Körper zu hören, wie er sich spontan zur Musik bewegen möchte. Egal, wie es aussieht, hauptsache, es fühlt sich stimmig an. Ganz bestimmt wird eine Ballade andere Bewegungen auslösen, als eine flinke Koloratur oder ein groovy Popsong. Vertrau deinem Körper und hab Spaß!

Diese ersten fünf Schritte helfen dir, die Melodie und die Töne zu lernen. Es geht aber vorerst überhaupt nicht darum, dass es schön klingt. In dem Moment, wo du das Gefühl hast, dass der Ton in dir einrastet, also mühelos von selbst seinen Platz findet, bist du auf der richtigen Spur. Scher dich aber erstmal nicht darum, ob der Ton schon den richtigen Klang hat, den du dir für die Stelle wünschst. Hauptsache, er beißt an 😊

Übung 6 – Text und Schwingbrett

Der Text wird ganz ohne Melodie in den Körper gefüttert. Betrachte die Wörter als eigene Klangbausteine. Lass deinen Körper folgende Fragen beantworten: Welche Wörter sind wichtig? Welche sind betont? Wie fühlen sich welche Wörter an, wenn du ihn mehr oder weniger Raum gibst? Wie können unterschiedliche Bewegungen die Wörter aus einer ganz anderen Perspektive aktivieren?

Übung 7 – Wörter schmecken

Diese Übung spielt mit kleinen Bewegungen im Mundraum und Gesicht. Lass dir die Buchstaben wirklich auf der Zunge und den Lippen zergehen. Erforsche jeden Laut. Welche Bewegungen kannst du im Mundraum spüren? Wie kannst du ein und das selbe Wort auf ganz unterschiedliche Arten aussprechen? Welche Buchstaben geben Schwung, Kontur, Weichheit oder lassen dich elastisch federnd abspringen?

Übung 8 – Text und Rhythmus

Falls du ein Stück hast, das nicht so einen Groove hat, wie meines im Video, finde eine schwingende, sich wiederholende Bewegung im Körper und hänge den Text daran. Oder Du gehst einfach ganz langsam. Schleichst vielleicht sogar.
Außerdem ist es auch eine gute Übung, ein Stück, dass vielleicht sehr langsam ist, mal schneller rhythmisch zu üben. Einfach so, um es aus einem anderen Blickwinkel zu erforschen.

Übung 9 – Melodie und Text mit rhythmischem Gehen

Vergiss nicht, es geht nicht darum, das Lied „schön“ zu singen, sondern sein musikalisches Gerüst wirklich kennenzulernen.

Übung 10 – Das innere Radio

Finde Bewegungen, die intuitiv aus deiner inneren Musik heraus entstehen möchten. Dazu stellst du dir Phrase für Phrase innerlich vor und lass deinen Körper eine Bewegung erfinden, die du genauso immer wieder ausführen kannst. Sie hilft dir, dich zu erinnern und macht gleichzeitig den Weg frei, damit sich Stimme, Körper und Musik noch mehr verbinden können.

Denk dran: Die Bewegung ist der Schalter für die Stimme!

Übung 11 – Das Spiel mit verschiedenen Bewegungsqualitäten und Geschwindigkeiten

Entscheide dich für eine Bewegungsqualität und erlaube deinem Körper, sich intuitiv zu bewegen.
Hier einige Möglichkeiten: Zeitlupe, Hüpfen, Schreiten, Roboterbewegungen…

Oder such dir ein bestimmtes Körperteil aus, leg deinen Aufmerksamkeitsfokus darauf und spiel dann mit verschiedenen Bewegungen.

Ich hoffe, du hast viel Spaß beim Ausprobieren. Wenn du merkst, dass es dir noch schwer fällt, Bewegung und Stimme mit einander zu kombinieren, geh ein paar Schritte zurück und nimm dir wirklich Zeit, diesen Kontakt zu erforschen.


Falls du tiefer in die Welt der Körperarbeit einsteigen möchtest, findest du in meinem Onlinekurs „Körperklang – Du bist das Instrument!“ unendlich viel Übungsmaterial zu den Themen „Bewegung als Schalter“, dem Körper als Resonanzraum von Kopf bis Fuß und zu unterschiedlichen Bewegungsqualitäten, die in dir schlummern und die dir reichlich Futter für deine Musik bieten.

Alle Infos findest du hier oder schreib mir eine Mail an ed.nnismmits@anna falls du Fragen hast.

* Falls du Lust auf die Arbeit mit dem Schwingbrett hast, kannst du die tollen, handgeschreinerten Bretter hier bestellen. Ich bekomme pro Brett eine klitzekleine Provision. Auf dem STIMMSINN-YouTube Kanal gibt es sogar eine ganze Playlist mit Übungen zum Schwingbrett.

2 Antworten zu „Embodiment – Den Körper mit einem neuen Musikstück füttern“

  1. Mela

    Liebe Anna,
    so wunderbar…ich glaube das sprengt hier den Rahmen, alles genau wieder zu geben. Habe es mit einem neuen kleinen Lied von mir selbst praktiziert. Wie meist, bin ich etwas verkrampft, wenn ich es dann vor oder mit meinen TN singe. Hänge da auch immer an der Gitarre….und es ist doch eigentlich alles genau so, wie wenn ich mit den TN Tanzphrasen einübe. Da muss ich nun fast über mich selbst lachen. Oft wissen die TN gar nicht dass ich viele „Spiele“ und Bewegungen ….einfach viel Deiner Übungen, übertragen auf Tanz…. hinführend auf eine Tanzform mit ihnen praktiziere, später dann auch mit Stimme, Radio. Vorstellungsvermögen etc Aus so einem tänzerischen homebase komme ich eigentlich sowieso…. tanzen mit allen Sinnen ist schon immer mein Credo.
    Es war für mich selbst nun spannend, immer wieder aus dem Kopf heraus zu finden, obwohl ich ja eigentlich grundlegend ein starker Körperlerner bin. Unsere Prägungen und Frau Kontroletti sind jedoch wohl stärker dabei, als ich dachte… Spannend und prägnant fand ich auch, das mein Körper bei einer Phrase, in der ich besonders eingeklemmt war, sich immer frei schütteln wollte, auch meine Stimme wurde dadurch sofort freier. so bin ich also heute Morgen schon in großer Spiellaune durch das Wohnzimmer, obwohl der träge Geist laaange den Kopf geschüttelt hat.
    Vielen tausend Dank

  2. Anna Stijohann

    Ich eröffne hiermit mal offiziel die Kommentarfunktion. Teilt unbedingt, was ihr erlebt. Ich bin so neugierig! Alles Liebe, Anna

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